Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 100: Rheinisch-Bergischer Kreis (Nordrhein-Westfalen)
Zalfen, Michael
SPD
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Im Jahr 2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und das Ende des Holocaust zum 70. Mal. Zudem bestehen im Jahr 2015 die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel seit 50 Jahren. Welche Bedeutung haben diese Jahrestage aus Ihrer Sicht?
Insbesondere dem Jahrestag zum Ende des Holocaustes messe ich eine hohe Bedeutung bei. Wir müssen die Erinnerung bei nachfolgenden Generationen wach erhalten, damit solche Dinge nie wieder geschehen können. Der Besuch von Yad Vashem, Auschwitz und anderen Konzentrationslagern sollte in weiterführenden Schulen angeboten werden, um auch die persönliche Berührung mit dem Irrsinn zu vermitteln. Das die Israelis heute mit uns gute Kontakte pflegen, sollte uns mit Dankbarkeit erfüllen.
Frage 2:
Der Staat Israel wird immer wieder und auch dauerhaft angefeindet und bedroht, insbesondere vom Iran, von der Hisbollah und von der Hamas. Wie sollte Deutschland Ihrer Meinung nach darauf reagieren?
Indem es sehr genau den Einzelfall betrachtet. Die Berechtigung eines jüdischen Staates ist unumkehrbar. Der Umgang der Menschen aus der Region miteinander, insbesondere der wirtschaftliche, sollte von uns gefördet werden.
Frage 3:
Der vom Deutschen Bundestag initiierte Antisemitismusbericht und weitere aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass in Teilen der deutschen Bevölkerung antisemitische Ansichten und Einstellungen vorhanden sind. Zudem kam es auch zu antisemitischen Aussagen und Übergri›ffen. Was sind Ihre Ansätze, um von politischer Seite her konkret etwas hiergegen zu tun, auch im Zusammenwirken mit zivilgesellschaftlichen Initiativen?
Aufklärung, Aufklärung und Aufklärung. Junge Menschen müssen vermittelt bekommen, auf welchen historischen Wurzeln Europa und der Nahe Osten fußt.
Frage 4:
Die Europäische Union bringt sich in politischen Fragen gegenüber Israel und seinen Nachbarn im Nahen Osten ein. Wie schätzen Sie die EU-Nahost-Politik ein und welche Rolle sollte Deutschland hierbei in der EU einnehmen?
Ich bin sehr für eine koordinierte EU-Aussenpolitik. Völkerverständigung und gemeinsame Kultur- und Wirtschaftsprojekte aus den Mitgliederländern sind aber ebenso zu begrüßen.
Frage 5:
Die deutsch-israelischen Beziehungen sind von vielfältigen Kontakten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und weiteren Bereichen geprägt. Wie kann die deutsch-israelische Zusammenarbeit und Freundschaft gefördert und weiter ausgestaltet werden, konkret auch im Kontext Ihres Wahlkreises?
Bergisch Gladbach, wo ich stellvertretender Bürgermeister bin, hat in 2012/2013 2 Städtepartnerschaften begründet. Mit Ganey Tikva in Israel und Beit Jala im West-Jordan Land. Wir versuchen eine trilaterale Beziehung aufzubauen, bei der sich Palästinenser und Israelis im neutralen Bergisch Gladbach treffen. Der nächste Termin ist ein internationales Pfadfindertreffen kommenden Sommer.