Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 211: Pirmasens (Rheinland-Pfalz)
Eschrich, Frank
DIE LINKE
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Im Jahr 2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und das Ende des Holocaust zum 70. Mal. Zudem bestehen im Jahr 2015 die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel seit 50 Jahren. Welche Bedeutung haben diese Jahrestage aus Ihrer Sicht?
Herr Eschrich schließt sich der zentralen Parteistellungnahme der LINKEN an. Siehe Stellungnahme DIE LINKE
Frage 2:
Der Staat Israel wird immer wieder und auch dauerhaft angefeindet und bedroht, insbesondere vom Iran, von der Hisbollah und von der Hamas. Wie sollte Deutschland Ihrer Meinung nach darauf reagieren?
Siehe Stellungnahme DIE LINKE
Frage 3:
Der vom Deutschen Bundestag initiierte Antisemitismusbericht und weitere aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass in Teilen der deutschen Bevölkerung antisemitische Ansichten und Einstellungen vorhanden sind. Zudem kam es auch zu antisemitischen Aussagen und Übergri›ffen. Was sind Ihre Ansätze, um von politischer Seite her konkret etwas hiergegen zu tun, auch im Zusammenwirken mit zivilgesellschaftlichen Initiativen?
Siehe Stellungnahme DIE LINKE
Frage 4:
Die Europäische Union bringt sich in politischen Fragen gegenüber Israel und seinen Nachbarn im Nahen Osten ein. Wie schätzen Sie die EU-Nahost-Politik ein und welche Rolle sollte Deutschland hierbei in der EU einnehmen?
Siehe Stellungnahme DIE LINKE
Frage 5:
Die deutsch-israelischen Beziehungen sind von vielfältigen Kontakten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und weiteren Bereichen geprägt. Wie kann die deutsch-israelische Zusammenarbeit und Freundschaft gefördert und weiter ausgestaltet werden, konkret auch im Kontext Ihres Wahlkreises?

Deutsch-israelische Freundschaft und Zusammenarbeit bedürfen weiterhin einer umfassenden Aufarbeitung des Holocaust, der allzu oft verdrängten Schuld des deutschen Durchschnittsbürgers unter der Nazidiktatur, den entschlossenen Widerstand gegen Neonazis und ewig Gestrige und nicht zuletzt ein würdevolles Gedenken an die jüdischen und anderen Opfer des Nationalsozialismus.

In allen diesen Bereichen engagiere ich mich außerhalb meiner politischen Tätigkeit seit vielen Jahren in zivilgesellschaftlichen Initiativen. Zusammen mit dem Arbeitskreis Geschichte der Juden in Pirmasens, dem ich angehöre, wurde 2002 das Buch "Juden in Pirmasens - Spuren ihrer Geschichte" von der Stadtverwaltung Pirmasens veröffentlicht. Ich verfasste in diesem Buch das Kapitel über die "Arisierung" jüdischer Vermögen und jüdischen Besitzes zwischen 1938 und 1942 in der Stadt Pirmasens und habe mich mit dieser Thematik ausführlich beschäftigt. Darüber hinaus setzt sich der Arbeitskreis seit vielen Jahren für ein würdiges Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus in Pirmasens ein. Leider wurde erst vor wenigen Monaten im Pirmasenser Stadtrat erneut die Verlegung von Stolpersteinen blockiert. Die Linksfraktion, Grüne und Teile der SPD konnten einen CDU Antrag zur kategorischen Ablehnung von Stolpersteinen leider nicht verhindern. In besonderer Weise arbeite ich seit ebenso vielen Jahren an der Aufarbeitung von Schicksalen jüdischer Menschen, die aus Pirmasens vertrieben und ermordert wurden. Daraus entstand nach beschämenden 70 Jahren die erste annährend vollständige Opferliste von Juden, die in Pirmasens geboren oder längere Zeit dort gelebt haben. Unverdrossen biete ich insbesondere Schulen die Darstellung und Erläuterung einer Studie von Professor Heitmeyer über gruppenbezogene Menschenfeinlichkeit an, auch wenn bisher keine Pirmasenser Schule von diesem Angebot Gebrauch gemacht hat. Der in dieser Studie festgestellte Grad von Antisemitismus, rechtsextremistischem Gedankengut, Sexismus und Islamophobie in der Pirmasenser Stadtgesellschaft hat errschreckende Ausmaße.