Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 196: Sonneberg – Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Orla-Kreis (Thüringen)
Erben, Stephanie
GRÜNE
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Im Jahr 2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und das Ende des Holocaust zum 70. Mal. Zudem bestehen im Jahr 2015 die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel seit 50 Jahren. Welche Bedeutung haben diese Jahrestage aus Ihrer Sicht?
Deutschland hat in Bezug auf Israel und die Menschen, die in diesem Land leben, eine außerordentlich große Verantwortung. Das unendliche Leid, dass Deutschland zu Zeiten der Naziherrschaft über Juden in Deutschland und ganz Europa gebracht hat, darf nie vergessen werden. Wir brauchen eine Erinnerungskultur, die künftig noch stärker ohne die letzten überlebenden Zeitzeugen auskommt. Meine Wahrnehmung ist, dass sich dessen viele Verantwortliche in der Politik bewusst sind. Aber jede Form von ritualisiertem Gedenken ist zu vermeiden. Die Jahrestage müssen im Parlament, aber auch in den Städten und Gemeinden unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen gelebt und gestaltet werden.
Frage 2:
Der Staat Israel wird immer wieder und auch dauerhaft angefeindet und bedroht, insbesondere vom Iran, von der Hisbollah und von der Hamas. Wie sollte Deutschland Ihrer Meinung nach darauf reagieren?
Wir sollten unumwunden zum Existenzrecht Israels stehen, uns aber viel deutlicher in diplomatische Friedensverhandlungen einbringen.
Frage 3:
Der vom Deutschen Bundestag initiierte Antisemitismusbericht und weitere aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass in Teilen der deutschen Bevölkerung antisemitische Ansichten und Einstellungen vorhanden sind. Zudem kam es auch zu antisemitischen Aussagen und Übergri›ffen. Was sind Ihre Ansätze, um von politischer Seite her konkret etwas hiergegen zu tun, auch im Zusammenwirken mit zivilgesellschaftlichen Initiativen?
Wir brauchen mehr kreative Bildungsangebote, vor allem in den ländlichen Regionen und in den sozialen Brennpunkten der Großstädte. Das ist eine Aufgabe, die neben den Schulen vor allem von zivilgesellschaftlichen Akteuren getragen wird. Diese Initiativen und Vereine muss der Staat finanziell und personell deutlich besser unterstützen!
Frage 4:
Die Europäische Union bringt sich in politischen Fragen gegenüber Israel und seinen Nachbarn im Nahen Osten ein. Wie schätzen Sie die EU-Nahost-Politik ein und welche Rolle sollte Deutschland hierbei in der EU einnehmen?
Deutschland hat die Aufgabe, sich schützend vor das Land Israel zu stellen und die Friedensinitiativen (auch innerhalb Israels) zu unterstützen.
Frage 5:
Die deutsch-israelischen Beziehungen sind von vielfältigen Kontakten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und weiteren Bereichen geprägt. Wie kann die deutsch-israelische Zusammenarbeit und Freundschaft gefördert und weiter ausgestaltet werden, konkret auch im Kontext Ihres Wahlkreises?
Seit Jahren engagiere ich mich beruflich für jüdische Kultur und leite seit 2010 die Jüdisch-Israelischen Kulturtage in Thüringen, die in über 50 Veranstaltungen in 9 Thüringer Städten (u.a. auch in meinem Wahlkreis) ein umfangreiches Kultur- und Bildungsprogramm anbieten. Der veranstaltende Förderverein Alte und Kleine Synagoge Erfurt e.V. hat ein dichtes Netz von Kooperationspartnern geknüpft, dass auch über die Festivalzeit hinaus Informationen zu Israel und jüdischer Kultur anbietet. Ich glaube an die Kraft von persönlichen Begegnungen und freundschaftlichen Kontakten in die Jüdischen Gemeinden hinein.